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Lerntechniken, so könnte man lernen – Teil 2

Der Protege-Effekt

Im Abschnitt Lerntechniken, so könnte man lernen, möchte ich zeigen welche Überlegungen sich kluge Menschen gemacht haben um ihr Wissen zu teilen. Und hier geht es zu Teil 1 Die Feynman-Methode.

Lerne zu lehren, so lernst zu lernen.

Beachtet bitte auch den Hinweis am Ende dieser Seite …

Altes Wissen ganz modern

Der römische Philosoph und Dichter Lucius A. Senca (4. v Chr. – 65 n. Chr.) war ein großer Lehrmeister seiner Zeit. Er sagte zwar: „Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiele.“, aber eben auch: „Während du lehrst, lernst du“. Diese Erkenntnis ist tatsächlich schon sehr alt. Sie gehört zu den ältesten Lernprinzipien der Menschheit. Denn noch bevor es Bücher gab, lernte der Schüler durch Zuhören was Lehrmeister zu sagen hat. Wir können seinem guten Beispiel besser folgen, wenn wir das Gefühl haben, dem Lehrmeister geht es einfach von der Hand, wenn wir das Gefühl haben, dass er sein Handwerk versteht.

Worauf beruht der Protege Effekt?

In der Übersetzung ist ein Protegé [franz.] ein Schützling bzw. Günstling. Demnach ist ein Protegé eine Person, die unter dem Schutz von jemandem steht, den wir durch unsere Hilfe bzw. Unterstützung begünstigen. Es gib eine psychologische Verbindung zwischen beiden Parteien. Dieses starke Band wird beim Protege Effekt aufgegriffen. Mach dir bitte klar, dass es eine Beziehung zwischen dem Beschützer und dem Beschützten gibt. Sie funktioniert durch die freigiebige Bereitstellung von Ressourcen. Diese Beziehungen sind traditionell sehr stark. Dem Beschützer ist die beschützte Person sehr wichtig, sie ist bereit, viel in diese Beziehung zu investieren. Denke z. B. an die Beziehung zwischen Mutter und Kind.

Wie läuft das nun ab?

In einer Gruppe von Gleichgesinnten/Gleichrangigen, erhält ein Schüler die Rolle des Lehrers. Die Aufgabe des „Lehrers“ besteht nun darin Wissen zu erwerben, um die Rolle als Lehrers auszufüllen:

  • er soll dieses Wissen auf die beste Weise an den oder die Schüler weiter geben
  • da er die Bedeutung der Lehrerrolle kennt, wird er im Vorfeld besonders intensiv arbeiten und viele Ressourcen dafür aufwenden
  • da er aus einer gleichrangigen Position heraus agiert, ist das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler auf Augenhöhe
  • der Lehrer bezieht aus dem Stellenwert seiner Rolle seine Motivation

Wie bereits bei der Feynman-Methode angesprochen, leitet der Protege Effekt seinen Nutzen aus dem aktiven und passiven Kanal beim Umgang mit dem erworbenen Wissen ab. Denn erstens müssen wir Wissen erwerben, wir müssen die Komplexität reduzieren, wir lernen einleuchtende Erklärungen und Beispiele die wir vermitteln können und durch diese Aufbereitung lernen wir das Wissen anderen zu präsentieren. Dadurch reflektieren wir das Gelernte, wir kommunizieren es und wir hinterfragen es. Gleichzeitig werden wir auch von unseren Schülern hinterfragt. Im günstigsten Fall entsteht eine aktive Situation, ein Hin und Her von Fragen und Antworten, z. B.:

  • wieso ist das so?
  • das habe ich noch nicht ganz verstanden. Kannst du das bitte nochmal erklären?
  • kannst du das bitte anders erklären?

Deine Schüler zeigen dir dann die Stellen, die du noch nicht ganz beherrscht. Welche Konzepte fehlen dir noch, bei welchen Fakten bist du noch unsicher?

Warum funktioniert der Protege Effekt?

Du bekommst für deine Vorbereitung einen Vertrauensvorschuss von deinen Mitschülern. Du bist dafür verantwortlich, dass sie nach deiner Lehreinheit das Thema verstehen können und gut vorbereitet sind. Aus diesem Grund fühlst du dich verantwortlich, wenn du die Lehrerrolle innehast. Du organisierst dich etwas besser und bereitest dich intensiver vor. In der Rolle als Schüler bist du empathischer, du lernst von den Strategien deiner Mitschüler, wenn Sie in die Rolle des Lehrers schlüpfen. Du lernst also, von Ihnen zu lehren. Und da es dir einfacher fällt, eine gleichrangige Person zu hinterfragen, entsteht eine einfachere Beziehung, als sie z. B. im Verhältnis zu einer Respektsperson entstehen würde. Wir kennen dies aus der Seamstraßenmethode (Wieso, weshalb, warum…). Lehren ist lernen mit Superpower, lernen++ sozusagen, so profitierst du auch als Schützling vom Protege Effekt.

Wie kann man den Protege Effekt nutzen, wenn man keine Schüler hat? Eine Methode wäre z. B. das Lehrthema digital aufzunehmen (Audiovortrag) und dir dann selbst vorzuspielen. So kannst du dir die Frage stellen, ob dein Audiovortrag plausibel und verständlich ist.

An dieser Stelle bleibt eine Frage vielleicht unbeantwortet. Kannst du mir erklären, was ein Mentor ist?

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