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Lerntechniken, so könnte man lernen – Teil 3

Beachtet bitte auch den Hinweis am Ende dieser Seite …

Wie man effizient ein Sach- bzw. Textbuch liest

Das Lesen längerer Texte kann zur Qual werden. Oft werden Texte unter Zeitdruck gelesen und wir wissen, dass viele Information nicht relevant sind. Aus diesem Grund entsteht ein Gefühl von Druck, wir spüren, dass das Auffinden von wichtigen Informationen mit viel Zeit verbunden ist, die wir – sofern wir unter Zeitdruck stehen – jetzt eigentlich nicht aufbringen können. Aber auch wenn wir nicht unter Zeitdruck stehen, können wir oft nicht die Aufmerksamkeit aufbringen, die ein Text verdient. Unter diesen Umständen sind wir mit mehreren Faktoren konfrontiert:

  1. Ballast (zu viele unwichtige Informationen)
  2. unklarer Informationswert – was ist wichtig, was ist unwichtig
  3. Informationsüberangebot – mehr Informationen, als man sich merken kann, zu viele Worte
  4. Aufmerksamkeitsdefizit – du kannst dich nicht auf den Text konzentrieren
  5. Langweilige Texte – dargebotener Stoff ist ermüdend

Zum Glück gibt es bewährte Methoden, die diese Faktoren entschärfen.

SQ3R bzw. PQ4R

Eine Einstiegstechnik ist eine von Francis P. Robinson bereits 1946 vorgestellte Methode für effektives, aktives und verstehendes Lesen. Die Methode wurde unter dem Kürzel SQ3R bekannt und steht für Survey, Question, Read, Recite und Review (Übersicht, Fragen, Lesen, Rezitieren, Überprüfen). Auf dieser Methode aufbauend wurde dann 1972 die PQ4R-Methode vorgestellt (Preview, Question, Read, Reflect, Recite und Review bzw.: Vorschau, Fragen, Lesen, Reflektieren, Rezitieren und Überprüfen). Auch wenn diese Methode zunächst als zu zeitintensiv empfunden wird, kann ich persönlich den Nutzen bestätigen. Es ist aber wichtig, dass alle Schritte durchlaufen werden und nicht etwas eingespart wird. Da beide Verfahren ähnlich sind, möchte ich gerne hier die PQ4R-Methode vorstellen:

  • Preview/Vorschau: Lese das Inhaltsverzeichnis, es enthält viele Schlüsselworte. Falls es einen Klappentext gibt, lese auch diesen. Lese von jedem Abschnitt den ersten und den letzten Satz, Lese hervorgehobene Textstellen.
  • Question/Fragen: Formuliere Fragen zum Sachgebiet bzw. Textabschnitt (z. B. Anwendung der Sesamstraßen-Technik). Dafür eignen sich Karteikarten hervorragend. Fragen schaffen Neugier (siehe hierzu auch spaced-repitition-efffect oder auf deutsch: verteilte Wiederholung bzw. Leitner-System als praktische Umsetzung).
  • Read/Lesen: Lies den Text, ergeben sich neue Fragen, leite sie aus dem Text ab und nimm sie in den Fragenkatalog auf. Liefert der Text Antworten zu den vorformulierten Fragen, erhöht dies die Aufmerksamkeit und schafft Textverständnis und letztlich neuronale Verknüpfungen.
  • Reflect/Reflektieren: Man sollte niemals einen Text als abschließende Wahrheit annehmen. Das gilt selbstverständlich auch für diesen Text! Versuche die Hintergründe, die sich hinter den Argumenten verbergen, zu verstehen. Gibt es Belege für die gemachten Annahmen? Gibt es Widersprüche? Was spricht für und was gegen die Aussagen? Zum Textverständnis tragen auch unterschiedliche Meinungen bzw. unterschiedliche Annahmen bei.
  • Recite/Rezitiere: Beim Rekapitulieren greife auf den Fragenkatalog zurück und gebe zunächst schriftliche Antworten aus dem Gedächtnis, später gerne auch nur noch mündlich.
  • Review/Überprüfe: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ohne die Überprüfung der gemachten Aussagen zum Lernstoff bleibt unser Verständnis ungewiss. Wir brauchen das positive Feedback, dass wir es richtig verstanden haben. Und auch, wenn wir feststellen, dass wir falschlagen, ergeben sich daraus Hinweise darauf, wo wir noch nacharbeiten sollten.

Das tolle an der PQ4R-Methode ist, dass es einen Fundus an Lernmaterial erzeugt, auf dass wir dann später ohne großen Zeitaufwand zurückgreifen können. Ein kleiner Nachteil liegt aber tatsächlich im organisatorischen Aufwand. Trotzdem lohnt sich die Methode, wenn Sie mit der Pomodoro-Technik, Sesamstraßen-Technik und den Karteikarten kombiniert wird.

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