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Mnemotechniken Teil 3

Beachtet bitte auch den Hinweis am Ende dieser Seite …

Merksprüche und Eselsbrücken

Immer wieder kannst du feststellen, dass es auf die Verpackung ankommt. Merksprüche gibt es, seit Menschen zusammenkommen, um Wissen auszutauschen. Früher, als das Wissen nur mündlich übertragen wurde, war es sehr nützlich, die Information sicher abrufen zu können.

Merksprüche

Als Beispiel für Merksprüche, die auf Reim und Rhythmus basieren sind zum Beispiel dieser hier:

  • Über die Donau und ihre Nebenflüss: Der Donau vorweg fließen Brigach und Breg. Iller, Lech, Isar, Inn, fließen rechts zur Donau hin. Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen kommen ihr von links entgegen.
  • Granit: Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergess‘ ich nimmer

Akronym, Apronym

Wird die Eselsbrücke aus den Anfangsbuchstaben aufgebaut, so spricht man von einem Akronym. Hier ein paar Beispiele:

  • AIRBAG (Übrigens, dies ist nicht nur ein Akronym, sondern auch ein Apronym, weil es in der Abkürzung selber wieder ein Wort ergibt): Die sechs Grundsätze zum Öffnen eines Fahrzeugs, sechs Grundsätze für die Öffnung eines Pkw: Abstand halten, Innenraum erkunden, Rettungskräfte warnen, Batterien abklemmen, Abnehmen der Innenverkleidung, Gefahren beachten, die von Sicherheitseinrichtungen ausgehen
  • Erste Hilfe PAKET: Person ansprechen, Atmung kontrollieren, Kurznotruf absetzen, Eigenwärme erhalten, Trösten
  • DBDDHKP: Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen (scherzhaft)

Akrostichon

Etwas einfacher und damit etwas besser zu merken ist das Akrostichon. Beim Akrostichon werden aus den Anfangsbuchstaben einer Merkfolge neue Worte gebildet, die dann einen Satz ergeben, z. B.:

  • 8 Planeten, d.h. ohne Pluto: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel. Dies steht für Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
  • 9 Planeten, d.h. mit Pluto: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.

Aber auch eine Mischform kann sehr hilfreich sein. Es gilt hier die Regel, je kreativer bzw. skurriler, desto besser. Hier die Geschichte von Bo|j|an Ba|la|so|w, dem russischen Hubschrauberpiloten, der einmal die Woche zu allen ostfriesischen Inseln fliegt: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge.

Es gibt viele bewährte Eselsbrücken, allerdings funktionieren die selbst gebastelten Merksprüche sogar noch etwas besser, weil wir noch das Nachdenken und den Feinschliff als Gehirnleistung dazubekommen.

Loci-Methode, Gedächtnispalast, Gedächtnisroute

Am Anfang war die Loci-Methode. Sie ist ein assoziatives Verfahren und geht der Legende nach auf den griechischen Dichter Simonides von Keos, ca. 500 v. Chr. zurück. Simonides wird von vielen antiken Zeitgenossen, z. B. Cicero und Plinius als der Erfinder der Mnemotechnik gepriesen. Die Loci-Methode wurde in dieser Zeit häufig genutzt, um sich viele Details, z. B. den roten Faden einer Rede zu merken. Vielleicht mag es ähnliche Verfahren aus noch älterer Zeit geben, doch die Loci-Methode ist die älteste bekannte schriftliche Erwähnung dieser Technik. Sie ist auf der legendären Marmortafel von Paros hinterlegt (sog. Parische Chronik, mit wichtigen Daten zu Erfindungen und Errungenschaften). Schon die alten Griechen wussten, dass unser Gehirn Schwierigkeiten hat, sich abstrakte Informationen wie Zahlen, Fakten und Texte ohne ein Ordnungskriterium und ohne emotionalen Bezug zu merken. Aus diesem Grund verliehen sie der Information durch symbolische Zuordnung eine Emotion und das Ordnungskriterium erhielten die Symbole in denen sie im Gedächtnis an bekannten, vorgestellten Stellen (Locus), einer festgelegten Route abgelegt wurden. Der berühmteste Redner Roms, Cicero erwähnt in seinem Werk De oratore (lateinisch „Über den Redner“) wie er Redeteile an Stellen im Forum Romanum ablegt, um sie später Position für Position abzurufen. In der kolportierten Geschichte von Simonides sind es die Sitzplätze um eine festliche Tafel, Cicero nutzt dafür markante Orte im Forum Romanum. Ich nutze für kürzere Listen Ablagepunkte an meinem Körper: Fuß, Knie, Hüfte, Schulter, Hals, Kinn, Mund, Nase Augen, Stirn. Aber es ist jede geordnete, eindeutige Route denkbar. Es ist aber sehr hilfreich, sich unterschiedlicher Routen zu bedienen. Ebenfalls ist es sehr hilfreich, wenn man aus dem Kopf sagen kann, dass die Hüfte z. B. der 3. Ablagepunkt ist. Die Routen können aus der Wirklichkeit generiert werden, z. B. am Arbeitsplatz, am Wohnort oder entlang einer Fahrstrecke. Sie können sich auf Filmsequenzen des Lieblingsfilms beziehen oder reine Fiktion sein. So z. B. ist der Gedankenpalast ein umfangreiches Gebäude, mit vielen erdachten Ablagestellen. Man kann den Gedankenpalast jederzeit erweitern und so neue Ablageorte generieren. Ich empfehle den Gedankenpalast nach einer ausreichenden Festigung durch die Nutzung realer Gedächtnisrouten. Es ist sehr zu empfehlen, wenn du dir für deinen fiktiven Gedankenpalast einen Plan aufzeichnest. Halte dich nicht zu sehr an dem Begriff Palast auf, selbstverständlich funktioniert dies auch mit Fantasy-Island.

Viel Spaß beim Lehren und Lernen!

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