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Lerntechniken, so könnte man lernen – Teil 1

Die Feynman-Technik

Im Abschnitt Lerntechniken, so könnte man lernen, möchte ich zeigen welche Überlegungen sich kluge Menschen gemacht haben um ihr Wissen zu teilen. Und hier geht es zu Teil 2 Der Protege Effekt.

dir gehört ein ganzes
Universum, voller Wissen!

Beachtet bitte auch den Hinweis am Ende dieser Seite …

Feynman-Technik im Einzelnen

Richard Feynman (* 1918 + 1988) war ein namhafter Physiker und Nobelpreisträger. Er galt als einer der besten Physiker des 20. Jahrhunderts. Sein Beitrag für die Wissenschaft wirkt bis in die heutige Zeit. Er lieferte einen wesentlichen Beitrag für das Verständnis der Quantenfeldtheorie und erhielt zusammen mit Shin’ichirō Tomonaga und Julian Schwinger 1965 den Nobelpreis für seine Arbeit zur Quantenelektrodynamik.

Feynman hatte einen scharfen Verstand und ein großes Verständnis für die schwierigsten Fragen seines Forschungsgebietes. Ein Grund, warum ich euch die Feynman-Technik vorstellen möchte, liegt darin, dass er sich auch immer dafür eingesetzt hat, die Arroganz zur Seite zu legen, wenn es darum geht „Schülern“ etwas zu Lehren. Seine Lehrmaterialien sind legendär, er erreichte damit Laien, Studenten und Fachkollegen und konnte so sein Fachgebiet verständlich erklären. Er formulierte und ich stimme dem vollständig zu, dass wir nur dann etwas wirklich gut verstanden haben, wenn wir es auf einfache Weise einem anderen erklären können. Falls wir den Stoff nicht wirklich verstanden haben (oder aus Arroganz), neigen wir dazu, etwas zu verkomplizieren. Viele von uns haben dies schon mal im Alltag erlebt.

Und die Aussage „erkläre es auf einfache Art und Weise“ liefert uns im Umkehrschluss eine erste Erkenntnis. Sie lautet: Wenn du etwas lernen willst, dann erkläre es“ und wenn du es wirklich verstehen willst, dann erkläre es einfach. Nun kommt diese Technik leider mit einem eingebauten Fallstrick. Wir neigen dazu, uns selber etwas vorzumachen. Damit können wir uns nicht nur selber betrügen, sondern auch diese Technik auf grandiose Weise scheitern lassen.

Wie läuft nun die Feynman-Technik ab:

A) nimm dir ein Notizblock und vergebe dem, was du lehren möchtest einen prägnanten Titel

B) erkläre dir zunächst selber das Konzept, das hinter deinem Titel steht. Benutze Beispiele und wende das Konzept ggf. zur Lösung einer Aufgabe an.

C) Suche nach Irrtümern und Lücken in deiner Erklärung, erkläre dir die Irrtümer, finde die Lücken versuche raus zu finden, warum du bei der Anwendung des Konzepts einen Fehler gemacht hast und was du noch lernen musst.
Oft machen wir immer die gleichen Flüchtigkeitsfehler, wenn wir das aber schon wissen, dann können wir das Ergebnis auf diese Fehler untersuchen. Du solltest ein Gefühl dafür entwickeln, wo du in der Erklärung hängst, dort solltest du nacharbeiten.

D) Finde die fundamentalen Aussagen in dem Lerngebiet. Fundamentale Aussagen beinhalten selber wichtige Konzepte zur Erklärung eines Sachverhalts. Es ist Wissen, auf das wir aufbauen. Versuche auch diese fundamentalen Konzepte mit deinen Worten zu erklären.
Einerseits gilt: Es ist immer hilfreich, wenn wir neues Wissen in den Zusammenhang mit altem Wissen stellen können.
Andererseits gilt: Wenn uns das fundamentale Wissen fehlt, werden wir auch das neue Wissen nur schwer verstehen. Es ist eine gute Übung und Überprüfung, eben auch im Hinblick auf: mach dir nichts vor.

Die provozierte Zwischenfrage lautet hier: Wie findet man die fundamentalen Aussagen? Durch Übung! Wenn wir z. B. über den Satz von Pythagoras nachdenken, dann sind das Konzept des Rechtenwinkels und das Konzept des Quadrates entscheidend für das Verständnis.

E) Wiederhole diese Schritte ggf.

Feynman-Technik kurz und bündig:

  1. lehre was du lernst !!!
  2. lehre es einfach
  3. notiere den Teil, den du nicht ausreichend einfach/befriedigend erklären kannst und lerne/überarbeite/überdenke diesen Teil
  4. erkläre, was du schon mal falsch erklärt hast und warum du da geirrt hast
  5. Schritt A) leite den Vortrag mit einem aussagekräftigen Titel ein
  6. Schritt B) erkläre es auf einfache Weise, provoziere Zwischenfragen
  7. Schritt C) Suche und finde die Stolpersteine. Lerne es noch mal, erkläre es anders
  8. Schritt D) erkläre auch die fundamentalen Aussagen mit deinen Worten (siehe auch Protege-Effekt)
  9. Schritt E) Wiederholung ist der Stiefel auf dem Weg zur Perfektion
  10. Es hilft, wenn du dir vorstellst, wie würde ich es einem Kind erklären und wie würde ich der Frage „Wieso“ begegnen

Die Feynman-Technik ist eine Einstiegstechnik. Sie hilft dir, einen Überblick über dein Wissen und dein Verständnis zum Thema zu verschaffen. Sie zeigt dir, was du gut verstanden hast, du deshalb einfach erklären kannst und wo du noch ins Straucheln kommst. Sie ist eine effiziente Technik, denn Sie hilft uns Zeit zu sparen. Sie ist eine selbstverbessernde Technik, denn sie wird besser, je öfter wir sie einsetzen.

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